Annette Streyl

15. Kunstflâneur ’26

Einer meiner Lieblingsorte in Hamburg ist das Café Entenwerder1 in Rothenburgsort, direkt an der Elbe. Auf dem ehemaligen Zollponton steht seit 2015 als Teil des Cafés ein „Goldener Pavillon“ - ein Werk des Architekturbüros „modulorbeat“, das für die Ausstellung „Skulptur Projekte Münster“ (2007) geschaffen wurde.  
In dem zu einem Restaurant umgebaute Pavillon mit seiner goldfarbenen, gelochten Messingfassade sind seit zehn Jahren zwei Arbeiten der Hamburger Künstlerin Annette Streyl (*1968) zu sehen. Die beiden aus Kalksandstein geschaffenen Skulpturen sind partiell farbig gefasst und heißen „o. T. - aus der Serie Gargoyles“. Gargoyles sind Fantasiegeschöpfe und historisch grotesk-figürliche Wasserspeier an gotischen Gebäuden, wie zum Beispiel an der Notre-Dame in Paris.
Diese Serie „Gargoyles“ besteht aus 15 unterschiedlichen, rund 30 cm großen Skulpturen, die zwischen 2005 und 2007 geschaffen wurden. Neben ihren Steinarbeiten arbeitet die Künstlerin parallel auch konzeptuell mit anderen Materialien wie Holz oder Textil. Dabei arbeitet sie als Bildhauerin im klassischen wie zeitgenössischen Sinne und verwendet verschiedene Techniken und Werkstoffe für ihre Auseinandersetzung mit dem Menschen und seiner natürlichen und gebauten Umgebung. Annette Streyl hat nicht nur Bildende Kunst in Münster, Kiel und an der HFBK Hamburg studiert, sondern auch eine Steinmetzausbildung absolviert. 

Ich entdeckte ihre Arbeiten zum ersten Mal im Jahr 2000, als ihre „Strickarchitekturen“ im Rahmen des Hamburger Architektur Sommers im leerstehenden Pavillon neben der Heine-Villa ausgestellt wurden und noch im selben Jahr in der Hamburger Kunsthalle gezeigt wurden. Es handelte sich dabei um ihre Meisterschülerin-Abschlussarbeit, die kurz darauf bereits in einer renommierten Kunstinstitution gezeigt wurde.
Jedes Mal, wenn ich in der Galerie der Gegenwart bin, freue ich mich über ihre Strick-Intervention „Lüftungsgitter“ - ebendort in luftiger Höhe im Lichthof.

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Annette Venebrügge

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