Björn Liese

6. Kunstflâneur ’26

Im schönen Kontrast zu den spätklassizistischen Stadthäusern liegt im Hinterhof der Friedensallee 54 ein ehemaliger Bunker, der seit 2019 ein Wohnhaus mit 15 Eigentumswohnungen und einer 220 Quadratmeter großen gemeinschaftlich genutzten Dachterrasse ist: „FRIEDA Ottensen“.

Dieser siebengeschossige Hochbunker wurde 1942 errichtet und bot zu Kriegszeiten 1.560 Menschen Schutz. In den 1980er-Jahren wurde er technisch weiter aufgerüstet und erst vor einigen Jahren aus dem Zivilschutz entlassen. Allein in Hamburg wurden in den letzten Jahren rund 30 Bunker vom Bund verkauft, darunter auch dieser. Zusammen mit Nachbarn hat der Architekt Björn Liese das Objekt entwickelt und war zugleich für Entwurf und Ausführung des Umbaus verantwortlich. Nach drei Jahren Bauzeit wurde der neue Hochbunker „FRIEDA Ottensen“ 2019 fertiggestellt.

Im Innern wurde er vollständig entkernt, bodentiefe Fenster in die meterdicken Betonwände eingeschnitten und das Gebäude mit moderner, nachhaltiger und CO2-neutraler Technik ausgestattet. Dennoch blieb der brutale Charme des Betonbunkers erhalten, sodass Spuren der Umwandlung sowie die Übergänge zwischen Alt und Neu weiterhin sichtbar sind. Die neuen  Wohnungen verfügen jeweils über eine Loggia und einen Balkon. Die Grundrisse ermöglichen eine flexible Raumaufteilung und sogar ganze Wohnungen lassen sich teilen oder zusammenschließen und können sich so den unterschiedlichen Lebensabschnitten der Bewohner:innen anpassen. Der Hochbunker FRIEDA von Björn Liese wurde unter anderem zum AIV Bauwerk des Jahres 2019 ernannt und 2022 vom BDA Hamburg ausgezeichnet.

Weiter
Weiter

Sabine Mohr