Michael Dörner

1. Kunstflâneur ’26

Vor einiger Zeit hatte ich einen besonderen Nachbarn, der sich das ganze Jahr über leere Süßigkeitenpackungen von mir freute. Das fand ich sehr ungewöhnlich. Später realisierte ich dann aber, dass ich damit einen wertvollen Beitrag zur Kunstproduktion leistete: Der Künstler Michael Dörner (* 1959) arbeitete in jener Zeit vermehrt mit dem Motiv der Süßigkeiten.

„Türme für Allermöhe – Zuckerstangen für eine neue Stadt“ aus dem Jahr 2004 befindet sich auf dem Fleetplatz im Stadtteil und wurde in Zusammenarbeit mit dem Architekten Christoph Fischer geschaffen. Die Skulptur besteht aus drei monumentalen „Zuckerstangen“, die zwischen 20 und 25 Meter hoch und aus farbig lackierten Stahlrohren gefertigt sind. Um diese winden sich spiralförmig Treppen bis zu einer Plattform auf 18 Meter Höhe. Geht man die einhundert Stufen hinauf bis zur Aussichtsplattform, hat man bei gutem Wetter einen wunderschönen Blick über die Dächer von Allermöhe bis zur Hamburger City. 

Dieses Kunstwerk ist der Siegerentwurf einer Ausschreibung, die Ende 2002 für eine Arbeit auf dem zentralen Platz in der Nähe der S-Bahn Allermöhe ausgelobt wurde. Etwa 200 Künstler:innen bewarben sich; gewonnen wurde der Wettbewerb vom Hamburger Künstler Michael Dörner gemeinsam mit Christoph Fischer. Gesucht wurde eine Arbeit mit einem „unverwechselbaren Symbol für den Stadtteil“ für den Fleetplatz, an dem sich zahlreiche Geschäfte, die öffentliche Bücherhalle, das Bürgerzentrum des Bezirksamtes sowie Apotheken und diverse Arztpraxen befinden. Finanziert wurde das Projekt aus einem Fonds für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum, der von den Bauherren des Stadtteils Neuallermöhe-West gegründet wurde. Zu den zahlreichen geförderten Projekten zählt auch die bereits im Kunstflâneur empfohlene mehrteilige Skulptur „Botschaft an die Zukunft“ von Mariella Mosler.

Michael Dörner studierte Ende der 1980er Jahre an der HFBK Hamburg und hat seit 2008 eine Professur für Freie Bildende Kunst an der HKS Ottersberg. Den renommierten Edwin-Scharff-Preis erhielt er 2006 vom Hamburger Senat.

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Bernhard Hermkes