Jörg Immendorff - 2. Kunstflâneur 2025
Am Hans-Albers-Platz eröffnete in den 1980er-Jahren einer der bekanntesten deutschen Nachkriegskünstler, Jörg Immendorff (1945 - 2007), während seiner Lehrtätigkeit an der HFBK Hamburg die Bar „La Paloma“. Gleichzeitig setzte er Hans Albers ein Denkmal: eine drei Meter hohe Bronzeskulptur - eine grob gestaltete Figur mit Schiffermütze und Akkordeon stehend auf einer Möwe (spanisch „la Paloma“). Immendorff schenkte die Skulptur der Stadt Hamburg, wo sie 1986 zum 95. Geburtstag des Schauspielers zunächst am Rand des Platzes aufgestellt wurde. Erst fünf Jahre später, zum 100. Geburtstag von Hans Albers, erhielt sie einen würdigen Platz in der Mitte.
Markus Lohmann - 3. Kunstflâneur 2023
Auf St. Pauli in der Lincolnstraße 44 stand bis 2004 das Geburtshaus von Carl Hagenbeck, dem Gründer des „Tierpark Hagenbeck“. Es gehörte zu einem historischen Gebäudeensemble von 1820, das nach längeren Protesten abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wurde. Anlässlich des 100-jährigen Geburtstages des Tierparks 2007 lobte das Hamburger Wohnungsunternehmen SAGA ein Kunst-am-Bau Wettbewerb aus, um trotz Abriss an das Geburtshaus zu erinnern. Diesen gewann der in Hamburg lebende Künstler Markus Lohmann.
Seine mehrteilige Installation trägt den bezeichnenden Titel SEAL ESTATE. Das Wandbild im Stil eines Tattoos zeigt ein Sammelsurium an auffälligen Dingen wie zwei offene Käfige, Zebras mit Flügeln, Seehunde oder einen weintrinkenden Affen. Der überdimensionale Siegelring rund um die Gebäudesäule trägt ein Porträt von Carl Hagenbeck, der aus Gold, Bronze und Elfenbein (es stammt von einem abgestoßenen Elefantenzahn aus dem Zoo) gefertigt wurde. Der Künstler schuf damit ein Denkmal auch mit ironischen Statements durch die auffällig hochwertigen Materialien sowie einem Wandtattoo in Form eines „Arschgeweihs“.